Drücke „Enter”, um zum Inhalt zu springen.

Die 1/10 Auto-Regel – Was sollte dein Auto kosten?

Chris 0

Wir lieben es schöne Dinge zu kaufen. Das Auto ist oftmals mehr als ein Statussymbol. Ungefähr 34% aller Deutschen geben ihrem Auto sogar einen Spitznamen. Doch wieviel Auto sollten wir uns kaufen, damit wir dennoch schnell genügend Vermögen aufbauen? In einem Youtube-Video bin ich darauf gestoßen: Die 1/10 Auto-Regel.

Neuwagen – muss das sein?

Ein durchschnittlicher Neuwagen kostete 2019 in Deutschland 34000€. Das ist jede Menge Geld. Dabei gibt es einen gewaltigen Unterschied, ob sich dabei um einen Neu- oder Gebrauchtwagen handelt.

Statistisch gesehen sind wir bereit 32620€ für einen Neuwagen auszugeben. Ein bisschen weniger also, als das was der Neuwagen am Ende statistisch gesehen tatsächlich kostet. Bei einem Gebrauchten liegt das Limit bereits bei 18988€.

Der Durchschnittsdeutsche investiert also durchschnittlich 27705€ in seinen nächsten Wagen. Wobei investieren der falsche Begriff ist. Es handelt sich vielmehr um konsumieren. Wirklich hohe Summen, verglichen mit dem Medianeinkommen von 2503€ brutto (ca. 1700€ netto) pro Monat.

Was ist die 1/10 Auto-Regel?

Eigentlich ziemlich einfach. Die 1/10 Auto-Regel besagt, dass du nur 10% deines Bruttojahresgehaltes für dein Auto ausgeben solltest, um gleichzeitig ein schönes Vermögen aufzubauen.

Beispiel: Tom verdient das Median-Einkommen von 2503€ brutto pro Monat. Macht genau 30036€ Bruttojahresgehalt. Seine Frau Julia bringt das gleiche Einkommen mit nach Hause. Sie verfügen nun zusammen über ein Haushaltseinkommen von 60072€ pro Jahr. Wenn wir nun die 1/10 Auto-Regel anwenden, dürften beide zusammen nicht mehr als 6007€ für ihr Auto ausgeben.

Bei dem Verdienst eines Medianeinkommens, solltest du nicht einfach los gehen und den extremen Preis von durchschnittlich 32620€ für einen Neuwagen bezahlen. Lebe nach der 1/10 Auto-Regel und bringe für einen durchschnittlichen Neuwagen 366200€ Bruttojahresgehalt mit nach Hause. Das tun vermutlich nur die Wenigsten.

Meine Geschichte

Ich hielt mich nach dem erfolgreichem Bestehen meiner Führerscheinprüfung leider selbst an die 1/10 Auto-Regel. Als ich meinen Führerschein 2007 endlich in den Händen hielt, konnte ich es kaum erwarten auch mit einem Auto umher zu cruisen. Meine Eltern hatten ein bisschen Geld für mich angespart und so kaufte ich mit ihrer Hilfe für 7000€ einen Ford Focus MK1 aus dem Jahr 2001. Die Summe stotterte ich monatlich nach dem Kauf ab. Ein originales Foto konnte ich leider nicht mehr finden. 🙂

Ford Focus MK1. Günstiges Auto nach der 1/10 Auto-Regel
Quelle: Pixabay.com

Mein Bruttojahresgehalt betrug während meiner Ausbildung gerade einmal 7000€. Ich hätte mir nach der 1/10 Auto-Regel eher ein Fahrrad oder Roller kaufen sollen. Leider war ich noch nicht besonders klug und so summierten sich Kosten für Reparaturen, Sprit, Versicherung, Steuern und Ölwechsel.

Wenn ich stattdessen 2007 die 7000€ in den S&P500 investiert hätte, könnte ich mich heute (ohne reinvestierte Dividenden) über 16081€ freuen. Ganz zu Schweigen von dem weiteren Geld, das in die Reparaturen, den Sprit und die Versicherungen floss. Zumindest hatte ich viel Spaß mit meinem Auto. 😉

Ich fuhr den Wagen 10 Jahre. Leider trackte ich nie meine Ausgaben. Sodass ich heute nur erahnen kann, wie viel ich über die gesamte Laufzeit ausgab. Eigentlich war das Auto für mich nie mehr als ein Luxusspielzeug. Denn zur Arbeit fuhr mit dem Zug. Heute tracke ich all meine Ausgaben und weiß genau, was mich solch ein Luxus kostet. 🙂

Warum solltest du kein Auto kaufen?

Es gibt zahlreiche Gründe, weshalb du ganz auf ein Auto verzichten solltest.

1. Instandhaltungskosten

Sobald wir uns für unser Wunschmodell entschieden und den Kaufpreis bezahlt oder wie viele Deutschen (nämlich 35%) finanziert haben, fängt der Spaß erst richtig an. Denn beim Kaufpreis hört der Konsum noch lange nicht auf.

So gilt es eine Versicherung abzuschließen, Wartung und Reparaturen zu bezahlen. Natürlich kommen zusätzlich Sprit, Knöllchen, Strafzettel, Park-Tickets, Zubehör, Steuern und die Waschstraße dazu. Und je öfter du dein Auto nutzt, desto höher werden deine Kosten.

In unserem gesamten Leben summieren sich die Ausgaben auf durchschnittlich 332000€ pro Person an Ausgaben für unser Auto. Damit ist schon beinahe eine frühzeitige Rente finanzierbar, oder?

2. Opportunitätskosten

Solltest du dein Wunschauto trotzdem kaufen, beraubst du dich der Möglichkeit, dass Geld stattdessen in Assets zu investieren, die dir zukünftig weiteres Geld einbringen. Außerdem profitierst du nicht vom Zinseszinseffekt. Anstatt in deinem ganzen Leben 332000€ für Autos auszugeben, versuch es doch mit nur 120000€ und investiere 200000€. Du wirst erstaunt sein, was da zusammen kommt.

3. Lifestyle-Inflation

Die Gesellschaft und Werbung suggerieren uns, dass es uns viel besser geht, wenn wir immer mehr besitzen. Du kaufst dein erstes Auto. Ein paar Jahre später verdienst du mehr Geld und unterliegst voraussichtlich dem Gesetz des britischen Soziologen Parkinson. Dieses besagt, dass die

„Ausgaben stets bis an die Grenzen des Einkommens steigen.“

Parkinson

Und genau so ergeht es sehr vielen Menschen. Der Lebensstil wird dem Einkommen angepasst. Dein Auto ist neu. Jetzt brauchst du dazu auch eine schöne Uhr, passende Schuhe, schicke Felgen, ein stylisches Outfit. Doch das macht keineswegs glücklicher.

4. Stress

Daran denkt im ersten Augenblick vermutlich kaum ein Mensch. Doch dein neues Auto erzeugt Stress. Du bist gestresst, wenn du im Stau stehst. Denn sobald du ein Auto kaufst, kaufst du den Stau gleich mit dazu. Du hast Angst, dass dein neues Auto zerkratzt wird. Gerade gekauft und nach ein paar Wochen ein Kratzer. Wie ärgerlich. Jedes Mal beim Einparken musst du aufpassen, dass deine Alus keinen Kratzer bekommen. Stress ist nicht gesund. Kauf dir lieber ein billiges Gefährt. Denn dann sind auch ein paar Kratzer egal.

5. Wertverlust

Du steigst in deinen Neuwagen ein und schwupps – er verliert rasant an Wert. Jedes Jahr verliert ein Neuwagen statistisch gesehen fünf bis sechs Prozent seines Wertes. Nach drei Jahren ist dein durchschnittlicher Neuwagen für 32620€ nur noch ca. 20000€ wert. Investiere dein Geld also stattdessen lieber.

5%-Regel

Was ist denn das jetzt wieder? Du fragst dich vielleicht: Ich habe eine Million auf dem Konto, verdiene 25000€ im Jahr, warum sollte mein Auto nur 2500€ kosten?

Für diesen Fall gibt es zusätzlich die 5%-Regel. Diese besagt, dass du max. 5% deines Vermögens für dein Auto ausgeben solltest. Beide Regeln ergänzen sich somit ganz hervorragend. Solltest du also eine Million €uro liquide Mittel zur Verfügung haben, dann darf dein Auto max. 50000€ kosten. So schützt du dein Vermögen vor starker Reduktion und kannst dir dennoch ein schickes Auto anschaffen. Denn für 50000€ gibt es sehr ordentliche Fahrzeuge.

Fazit der 1/10 Auto-Regel

Solltest du ein 50000€ Auto fahren wollen, aber keine Million liquide zur Verfügung haben, so stell dir die Frage:

„Wie kann ich mein Jahreseinkommen auf 500000€ steigern?“

Sei motiviert und besorg dir einen Nebenjob. Fange in kleinen Schritten an. So wirst du dein Ziel irgendwann erreichen. Sei produktiv bei deiner Arbeit. Investiere in deine Weiterbildung. Bei einem Jahreseinkommen von 25000€ pro Jahr und der Anwendung der 1/10 Auto-Regel, wirst du überrascht sein, wie viele Autos du selbst für kleines Geld kaufen kannst.

Denk immer an den enormen Wertverlust und die immensen Kosten, die dir ein Neuwagen bereitet. Es sollte dir egal sein, was andere über dich denken, nur weil du nicht aus einem BMW oder Benz steigst. Deine Erlebnisse machen dich zufriedener, nicht die Gegenstände, die du besitzt. Ich besitze seit 3 Jahren kein eigenes Auto mehr.

Was ist mit dir? Wie viel Geld hat dein Auto gekostet? Besitzt du auch kein Auto? Schreib mir gerne in die Kommentare.

Zur Übersicht meiner Aktienanalysen.

Hier geht es zu meinen aktuellen Artikeln.


Haftungsausschluss

Alle Artikel auf Money-Savings.de stellen ausdrücklich keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers oder anderen Angebotes dar. Die Informationen sind lediglich die persönliche Meinung des Autors.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Secured By miniOrange